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Passagierjet im Landeanflug über einem Flughafen im Gewitter, daneben ein Radarturm, ein grüner Radarschirm mit roter Störung, Schriftzug „Massive Flugstörung wegen WLAN?“

DFS abschalten: Warum der Rat aus den USA hier teurer ist

Es gibt einen Tipp, der in jedem zweiten WLAN-Video auftaucht: Schalt die DFS-Kanäle ab, dann läuft das Netz stabiler. Der Tipp ist nicht aus der Luft gegriffen. Er ist nur für ein anderes Land gedacht.

Der Fall, der überall zitiert wird

In einem Webinar wurde folgender Fall geschildert: Ein Administrator schaltet die DFS-Kanäle ab, weil das Netz durch Radarerkennungen ständig unterbrochen wurde. Danach landen zehn Access Points auf demselben Kanal im oberen 5-GHz-Bereich. Das Netz ist stabil, aber langsam, und niemand versteht warum.

Der Fall stimmt. Er spielt nur in London.

Genau das macht ihn interessant. In Großbritannien gibt es diesen oberen Bereich für WLAN mit regulärer Leistung, in Deutschland nur mit 25 Milliwatt. Derselbe Administrator hätte in Frankfurt denselben Fehler gemacht, aber ein anderes Ergebnis bekommen: Kanal 149 wäre für seine Access Points kaum eine Option gewesen, weil dort bei uns nur ein Achtel der Leistung erlaubt ist, die im unteren Bereich gilt. Sie hätten sich auf vier Kanäle im unteren Band verteilt, und das Netz wäre noch enger geworden.

Der Fall ist also nicht falsch. Er ist standortgebunden. Und wer ihn ohne den Standort übernimmt, zieht die falschen Schlüsse.

Großraumbüro mit leeren Arbeitsplätzen, vier weiße Access Points in einer Reihe an der abgehängten Decke
Flughafen-Tower mit rotierender Radarantenne auf dem Dach, im Hintergrund ein startendes Passagierflugzeug

Was DFS eigentlich macht

DFS steht für Dynamic Frequency Selection. Die Funktion ist Pflicht in bestimmten Frequenzbereichen, weil dort auch Radaranlagen arbeiten: Wetterradar, Flughafenradar, militärische Anlagen, Schiffsradar. WLAN ist dort Gast, nicht Hausherr.

Der Access Point hört vor der Inbetriebnahme in den Kanal hinein und prüft, ob dort ein Radarsignal liegt. Erst danach darf er senden. Erkennt er im laufenden Betrieb ein Radarsignal, muss er den Kanal räumen und für eine festgelegte Zeit meiden. Die genauen Fristen für Prüfung, Räumung und Sperre stehen in der Norm ETSI EN 301 893, die auf der ITU-Empfehlung M.1652-1 aufbaut, und unterscheiden sich je nach Kanal.

Für die Nutzer kann ein solcher Kanalwechsel eine kurze Unterbrechung oder eine spürbare Beeinträchtigung bedeuten. Moderne Systeme kündigen den Wechsel den verbundenen Geräten an, trotzdem bleibt er im Betrieb selten unbemerkt. Genau daher kommt der Reflex, die DFS-Kanäle loswerden zu wollen: Wer regelmäßig Abbrüche sieht, sucht die Ursache dort, wo sie im Log auftaucht.

Wie viel bleibt in Deutschland übrig

Die Bundesnetzagentur regelt WLAN im 5-GHz-Band über die Allgemeinzuteilung Vfg. 136/2022, geändert durch Vfg. 49/2023. Sie teilt das Band in drei Bereiche:

Bereich Max. mittlere EIRP Betrieb Pflicht
5150 bis 5250 MHz 200 mW Innenraum, auch in Fahrzeugen, Zügen und Flugzeugen; Außeneinsatz nur beschränkt keine DFS- oder TPC-Pflicht
5250 bis 5350 MHz 200 mW nur innerhalb von Gebäuden TPC und DFS
5470 bis 5725 MHz 1 W Innen- und Außenbereich TPC und DFS

Der erste Bereich ist der einzige ohne DFS-Pflicht. Er umfasst die Kanäle 36, 40, 44 und 48. Vier 20-MHz-Kanäle.

Das ist die ganze Reserve. Wer die DFS-Kanäle ausschließt, drängt sein komplettes 5-GHz-Netz auf diese vier Kanäle. In einem Bürogebäude mit acht oder zehn Access Points, die sich gegenseitig hören, geht das nicht mehr auf. Mehrfachbelegungen derselben Kanäle sind dann zwangsläufig, und damit Co-Channel Contention: Die Geräte stören sich nicht im engeren Sinn, sie teilen sich über CSMA/CA dieselbe Sendezeit. Das Ergebnis ist trotzdem weniger Kapazität für jeden.

Rechne es an der Bandbreite nach. Die drei Bereiche zusammen ergeben 455 MHz, davon sind 100 MHz ohne DFS nutzbar. Wer die DFS-Kanäle ausschließt, arbeitet also mit gut einem Fünftel des verfügbaren 5-GHz-Spektrums. Bei 20-MHz-Kanälen sind es vier von neunzehn.

Und der untere Bereich hat eine zweite Einschränkung: 200 mW und im Kern Innenraumbetrieb. Ein beschränkter Einsatz im Freien ist erlaubt, aber die Zuteilung schließt dabei genau das aus, was man für eine Flächenversorgung braucht: Die Ausrüstung darf „weder an einer ortsfesten Außenantenne, noch an einer ortsfesten Infrastruktur oder am Außenkörper von Straßenfahrzeugen befestigt werden“. Wer einen Hof, ein Betriebsgelände oder eine Freifläche mit fest installierten Access Points versorgen will, ist damit praktisch auf 5470 bis 5725 MHz angewiesen. Nur dieser Bereich ist für regulären stationären Außeneinsatz vorgesehen und erlaubt bis zu 1 W. Und er ist DFS-pflichtig. Für Außenanwendungen stellt sich die Frage nach dem Verzicht auf DFS deshalb gar nicht erst.

Übersicht der drei deutschen 5-GHz-Bereiche mit Sendeleistung, Betriebsart und DFS-Pflicht

Quelle: Bundesnetzagentur, Vfg. 136/2022 in der Fassung der Vfg. 49/2023.

Ein Punkt, der oft verwechselt wird

Oberhalb von 5725 MHz endet die WLAN-Allgemeinzuteilung, das Spektrum darüber ist aber nicht leer. Zwei Zuteilungen werden dort gern verwechselt.

Die erste ist die Allgemeinzuteilung für Geräte mit geringer Reichweite, Vfg. 91/2025. Sie gibt 5725 bis 5875 MHz technologieneutral frei, also auch für WLAN, ohne DFS, aber mit höchstens 25 mW EIRP. Deshalb bieten dir viele Access Points und Router die Kanäle 149 bis 165 auch in Deutschland an. Mit einem Achtel der Leistung des unteren Bereichs taugen sie für eine Flächenversorgung aus Deckenmontage aber kaum.

Die zweite ist 5755 bis 5875 MHz über die Vfg. 34/2017 für gewerblich-öffentliche Funkanwendungen, kurz BFWA, mit eigenen Bedingungen und Auflagen. Das ist nicht das lizenzfreie WLAN, das ein Access Point im Büro nutzt. Wer diese Zuteilung in eine Kanalplanung einrechnet, plant mit Spektrum, das für diesen Zweck nicht zur Verfügung steht.

Die zweite Pflicht, über die selten jemand spricht

In beiden DFS-pflichtigen Bereichen steht in der Zuteilung noch eine zweite Abkürzung: TPC, Transmit Power Control. Der Access Point muss seine Sendeleistung regeln können, statt dauerhaft am Anschlag zu senden.

Das ist keine Empfehlung, sondern Bedingung. Die Zuteilung verlangt, dass TPC im Mittel eine Abschwächung von 3 dB leistet. Wer ohne TPC arbeitet, für den sinken die zulässigen Werte um genau diese 3 dB. Aus 1 W im oberen Bereich wird dann effektiv die Hälfte.

In der Praxis heißt das: Wenn du in einer Planung mit den vollen 1 W rechnest, aber Geräte einsetzt oder konfigurierst, die keine Leistungsregelung fahren, stimmt die Rechnung nicht mehr. Der Unterschied fällt niemandem auf, bis eine Messung zeigt, dass die Zellen kleiner sind als geplant.

Für den mobilen Einsatz wird es noch enger, und das überrascht die meisten. Im unteren Bereich sind Anlagen in Straßenfahrzeugen, Zügen und Luftfahrzeugen zulässig, allerdings mit 40 mW statt 200 mW; für Eisenbahnwagen mit einem durchschnittlichen Dämpfungsverlust unter 12 dB gilt derselbe Wert. Im mittleren Bereich von 5250 bis 5350 MHz sind Anlagen in Straßenfahrzeugen, Zügen und Luftfahrzeugen dagegen gar nicht zulässig, mit einer befristeten Ausnahme für große Luftfahrzeuge bis Ende 2028.

Und im oberen Bereich, dort wo die 1 W liegen, sind Anlagen in Zügen und Luftfahrzeugen ebenfalls nicht zulässig. Straßenfahrzeuge dürfen dort nur mit Geräten arbeiten, die im Slave-Modus laufen und von einem ortsfesten Master mit DFS gesteuert werden, begrenzt auf 200 mW.

Wer also Züge ausstatten will, hat im 5-GHz-Band genau einen Bereich zur Verfügung, und zwar den unteren mit 40 mW. Das ist eine ganz andere Ausgangslage als im Bürogebäude, und sie steht in keiner Faustformel.

Netzwerkplanerin betrachtet auf einem Monitor ein Frequenzspektrum, ein Teil der Kanäle ist rot markiert

Warum derselbe Rat in den USA weniger kostet

In den USA steht der Bereich 5725 bis 5850 MHz als U-NII-3 für WLAN zur Verfügung, mit den Kanälen 149, 153, 157, 161 und 165, und ohne DFS-Pflicht. Die DFS-Vorschrift der FCC greift dort nur in 5250 bis 5350 und 5470 bis 5725 MHz, also in denselben Bereichen wie bei uns.

Wer dort die DFS-Kanäle ausschließt, behält beide Enden des Bandes: unten die Kanäle 36 bis 48, oben die Kanäle 149 bis 165, beide mit regulärer WLAN-Leistung. Das sind praktisch neun Kanäle statt vier. Bei 20 MHz Kanalbreite lässt sich damit in einem mittelgroßen Gebäude arbeiten. Der Rat ist in seinem Herkunftsland also nicht falsch, sondern gut begründet.

Inzwischen geht es sogar noch weiter. Die aktuellen FCC-Regeln öffnen unter Bedingungen zusätzlich den Bereich 5850 bis 5895 MHz als U-NII-4, für Innenraum-Access-Points mit begrenzter Leistung, und sie kennen ausdrücklich Kanäle, die U-NII-3 und U-NII-4 überspannen. Der Abstand zum europäischen Kanalvorrat wird damit größer, nicht kleiner.

Er lässt sich nur nicht mitnehmen.

Großbritannien ist inzwischen näher an den USA als an der EU

Das ist der Punkt, der auch erfahrenen Planern selten präsent ist. In Großbritannien ist der Bereich 5725 bis 5850 MHz für Wi-Fi nutzbar, und Ofcom hat dort die DFS-Anforderung gestrichen, dokumentiert im Statement „Improving spectrum access for Wi-Fi“ von 2020. Im selben Zug wurde 5925 bis 6425 MHz für WLAN freigegeben.

Großbritannien lag vorher mit der EU gleichauf. Seit dieser Entscheidung nicht mehr. Für dich heißt das: Britische Fachartikel, Konferenzvorträge und Herstellerempfehlungen sind bei Kanalfragen genauso mit Vorsicht zu lesen wie amerikanische. Die gemeinsame Vergangenheit macht sie sogar gefährlicher, weil man ihnen die Abweichung nicht ansieht.

Der Kanalvorrat im Vergleich

Region Ohne DFS nutzbar Zusätzlich mit DFS Quelle
Deutschland 5150 bis 5250 MHz, Kanäle 36 bis 48; dazu 5725 bis 5875 MHz nur mit 25 mW 5250 bis 5350 und 5470 bis 5725 MHz, Kanäle 52 bis 64 und 100 bis 140 BNetzA Vfg. 136/2022 i.d.F. 49/2023, Vfg. 91/2025
Österreich 5150 bis 5250 MHz, Kanäle 36 bis 48 Kanäle 52 bis 64 und 100 bis 140 EU-Durchführungsbeschluss 2022/179, RTR
Schweiz 5150 bis 5250 MHz, nur Innenbereich 5250 bis 5350 MHz und oberer Leistungsbereich, DFS Pflicht BAKOM, Serie RIR1010
USA Kanäle 36 bis 48 und 149 bis 165, dazu U-NII-4 bis 5895 MHz unter Bedingungen 5250 bis 5350 und 5470 bis 5725 MHz 47 CFR 15.407
Großbritannien Kanäle 36 bis 48 und 5725 bis 5850 MHz 5250 bis 5350 und 5470 bis 5725 MHz Ofcom, Statement 2020

Stand: Juli 2026, deutsche Zuteilung im August 2026 gegengeprüft, SRD-Zuteilung oberhalb 5725 MHz im September 2026 ergänzt. Zuteilungen ändern sich, prüfe vor einer Planung die aktuelle Fassung.

Zu Österreich und der Schweiz eine Einordnung. Österreich setzt denselben EU-Durchführungsbeschluss um wie Deutschland, deshalb ist die Systematik identisch, einschließlich der DFS-Pflicht in 5250 bis 5350 MHz. Wer nur die bei der RTR prominent genannten Kanalgruppen 36 bis 48 und 100 bis 140 liest, übersieht die Kanäle 52 bis 64, die es dort genauso gibt.

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, folgt aber erkennbar der CEPT- und ETSI-Linie. Ob und mit welcher Leistung 5725 bis 5875 MHz dort für WLAN nutzbar ist, haben wir für diesen Artikel nicht im Primärdokument geprüft. Für diese und einzelne weitere Detailwerte, etwa die genauen EIRP-Grenzen ohne TPC, gilt: Die Systematik ist belegt, die Zahlen im Einzelfall bitte an der Schnittstellenanforderung RIR1010 nachlesen.

Maßstabsgetreuer Vergleich des 5-GHz-Bandes: In Deutschland sind 100 MHz ohne DFS nutzbar, in den USA 225 MHz
Flughafen-Tower mit Radarantenne im Gewitter, davor ein Passagierflugzeug auf dem nassen Vorfeld

Wann das Abschalten trotzdem richtig ist

Bis hierher klingt es nach einer klaren Empfehlung. Ist es nicht. Es gibt Umgebungen, in denen der Verzicht auf DFS die bessere Entscheidung ist.

In der Nähe von Flughäfen, Häfen, Wetterradarstationen oder militärischen Anlagen lösen Radarpulse regelmäßig Kanalwechsel aus. Jeder Wechsel kostet Verbindungen. Wo Stabilität wichtiger ist als Durchsatz, etwa bei Sprachanwendungen oder in der Produktionssteuerung, kann ein kleineres, aber verlässliches Spektrum die richtige Wahl sein.

Dazu kommt ein Problem, das nichts mit Funk zu tun hat: Manche Endgeräte können DFS-Kanäle nicht nutzen. In Kliniken betrifft das regelmäßig Medizingeräte, in der Logistik ältere Handscanner. Wenn ein Gerät den Kanal nicht sieht, hilft dir der beste Kanalvorrat nichts. Dann ist die Kanalwahl kein reines Funkthema mehr, sondern eine Frage der Gerätelandschaft.

Der Fehler ist also nicht das Abschalten. Der Fehler ist das Abschalten ohne Kompensation.

Was Kompensation konkret heißt

Wenn du die DFS-Kanäle ausschließt, arbeitest du mit gut einem Fünftel des Vorrats. Das musst du an anderer Stelle ausgleichen, und dafür gibt es drei Hebel.

Der wichtigste ist die Kanalbreite. Wer mit 80 MHz plant, verbraucht vier 20-MHz-Kanäle für eine einzige Zelle. Ohne DFS bleibt dann genau eine Zelle übrig. Auf 40 oder 20 MHz herunterzugehen fühlt sich nach Rückschritt an, ist aber die einzige Möglichkeit, mehrere Access Points ohne Überlappung zu betreiben. Je dichter die Access Points stehen und je mehr sie sich gegenseitig hören, desto schmaler müssen die Kanäle sein.

Der zweite Hebel ist die Sendeleistung, und er wirkt in die unerwartete Richtung. Weniger Leistung bedeutet kleinere Zellen und damit weniger Access Points, die sich gegenseitig hören. Bei Problemen denkt man zuerst an mehr Leistung. Bei Co-Channel-Interferenz macht mehr Leistung es schlimmer.

Der dritte sind die anderen Bänder. Im 2,4-GHz-Band gibt es drei überlappungsfreie Kanäle, die für Geräte taugen, die ohnehin kein 5 GHz sprechen. Und 6 GHz bringt zusätzliches Spektrum ins Spiel, dazu gleich mehr.

Blick nach oben in eine Rasterdecke mit drei in gleichmäßigem Abstand montierten Access Points

Alle drei Hebel haben eines gemeinsam: Sie funktionieren nur, wenn du weißt, wie sich das Netz im Gebäude tatsächlich verhält. Die Anzahl der Access Points aus einer Faustformel abzuleiten, führt genau in die Situation, die dieser Artikel beschreibt.

Und was ist mit 6 GHz

Die naheliegende Frage: Löst sich das Problem nicht ohnehin, wenn alle auf 6 GHz umsteigen?

Für Deutschland ist der Bereich 5945 bis 6425 MHz seit Juli 2021 für WLAN freigegeben, unterschieden nach Low Power Indoor und Very Low Power. Das ist zusätzliches Spektrum, und zwar deutlich mehr als im ganzen unteren 5-GHz-Bereich.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens muss das Endgerät mitspielen: Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7. In einem Bestandsnetz mit Geräten aus mehreren Beschaffungsjahren ist das eine Minderheit. Zweitens ist 6 GHz kein Ersatz für 5 GHz, sondern eine Ergänzung, die die Reichweite pro Access Point eher verkleinert als vergrößert.

Zum Regelungsstand: Für 5945 bis 6425 MHz gilt aktuell die Vfg. 76/2025 der Bundesnetzagentur. Wer heute eine 6-GHz-Planung aufsetzt, liest sie im Original, statt sich auf ältere Zusammenfassungen zu verlassen. Low Power Indoor ist auf Innenräume beschränkt, Very Low Power darf unter den dort genannten Bedingungen auch draußen arbeiten.

Techniker misst in einem Bürogang mit einem Tablet, ein kleines weißes Messgerät am Kragen befestigt

Bevor du an der Konfiguration drehst

Der ehrlichste Rat zu diesem Thema ist unspektakulär: Bevor du DFS abschaltest, schau nach, was in deinem Gebäude tatsächlich passiert.

Zwei Fragen entscheiden das. Erstens: Löst wirklich Radar die Kanalwechsel aus, oder liegt die Instabilität woanders? Ein Kanalwechsel im Log ist ein Symptom, kein Befund. Zweitens: Wie viele deiner Access Points hören sich an einem beliebigen Messpunkt gegenseitig? Wenn es an vielen Stellen mehr als drei sind, wird das Netz nach dem Abschalten nicht stabiler, sondern langsamer.

Beides beantwortet keine Heatmap aus der Planung, sondern nur eine Messung vor Ort. Und beides ist mit vertretbarem Aufwand messbar, wenn du das passende Werkzeug dabei hast.

Wenn du das von Grund auf lernen willst, statt es nachträglich zu reparieren: Der Hamina Certified Network Architect hat zwölf Module über vier Tage, darunter die Funkgrundlagen mit Frequenzbändern und Signalausbreitung sowie ein eigenes Modul zur Kapazitätsplanung, also genau die Frage nach echter Kapazität statt bloßer Abdeckung. Im November läuft der Kurs erstmals durchgehend auf Deutsch.

Für die Messung vor Ort: Hamina Onsite zeigt dir die Live-Heatmap auf dem iPad, mit dem Hamina Clip oder dem Oscium Nomad als Messhardware. Für die Planung am Schreibtisch gibt es den Hamina Network Planner, in der Lite-Variante bis zu drei Access Points dauerhaft kostenlos.

Wenn du unsicher bist, welche Kombination zu deiner Umgebung passt, ruf uns an. Wir planen keine Netze, aber wir wissen, womit man sie misst.


Quellen

  • Bundesnetzagentur, Vfg. 136/2022, geändert durch Vfg. 49/2023 (Allgemeinzuteilung 5 GHz), umgesetzt aus dem Durchführungsbeschluss (EU) 2022/179 in der Fassung (EU) 2022/2307
  • Bundesnetzagentur, Vfg. 91/2025 (Allgemeinzuteilung für Geräte mit geringer Reichweite, Band 61: 5725 bis 5875 MHz, 25 mW EIRP)
  • Bundesnetzagentur, FAQ 2,4 / 5 / 5,8 GHz sowie Vfg. 34/2017 (BFWA 5755 bis 5875 MHz)
  • Bundesnetzagentur, Pressemitteilung 6-GHz-WLAN vom 14.07.2021; Vfg. 76/2025
  • Ofcom, „Improving spectrum access for Wi-Fi“, 2020
  • BAKOM, WLAN/RLAN und zulässige Sendeleistung EIRP, Serie RIR1010
  • RTR, 5-GHz-Spektrum
  • FCC, 47 CFR 15.407 (U-NII-Bänder, DFS-Pflicht, U-NII-4)
  • ETSI EN 301 893, ITU-R M.1652-1

Kanalplanung von Grund auf lernen

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