Wie erkennst du einen professionellen WLAN-Planer?
WLAN gehört heute zur kritischen Infrastruktur. Ob Büro, Industriehalle, Krankenhaus oder Schule – wenn das WLAN nicht stabil läuft, steht schnell der ganze Betrieb. Doch woran erkennst du eigentlich, ob ein WLAN professionell geplant wurde oder nur „irgendwie funktioniert“?
Hier sind die 8 wichtigsten Kriterien, an denen du einen professionellen WLAN-Planer erkennst.
1. Er plant nicht „nach Gefühl“, sondern nach Daten
Ein professioneller WLAN-Planer arbeitet datenbasiert – nicht nach Daumenregel.
Aussagen wie „Ein Access Point pro Raum oder jedem zweiten Raum reicht meisten„ sind ein klares Warnsignal.
Stattdessen nutzt ein Profi maßstabsgetreue Gebäudepläne, professionelle Simulationssoftware und definierte Zielwerte für Signalstärke, SNR, Datenrate und Latenz.
Tools wie Ekahau AI Pro oder Hamina Network Planner ermöglichen präzise Predictive-Planungen, bei denen jede AP-Position auf Basis realer Gebäudedaten berechnet wird – nicht geschätzt. Beide Plattformen arbeiten mit KI-gestützter Wanderkennung und Echtzeit-Heatmaps, die sofort zeigen, wie sich Änderungen auf die Funkabdeckung auswirken.
Ein Profi kann jederzeit erklären, warum ein Access Point genau an dieser Position hängt – und nicht zwei Meter weiter links.
2. Er fragt die richtigen Dinge – bevor er plant
Ein professioneller WLAN-Planer startet nie sofort mit der Planung, sondern mit Fragen:
- Wie viele Clients sind gleichzeitig aktiv?
- Welche Anwendungen laufen? (Voice, Video, Scanner, Industrie, Gäste)
- Welche Endgeräte werden genutzt?
- Gibt es Roaming-Anforderungen?
- Welche Verfügbarkeit wird erwartet?
Wer diese Fragen nicht stellt, plant kein WLAN – sondern hofft.
Genau das meinen wir mit unserem Grundsatz: Hoffst du noch oder weißt du schon?
3. Er weiß: Messung ist Teil der Planung – nicht nur der Abnahme
Ein häufiges Missverständnis: Messung gleich Kontrolle am Ende. Das ist nur die halbe Wahrheit.
Ein professioneller WLAN-Planer weiß, dass Messungen auch vor der Planung extrem wichtig sind. Sie zeigen, wie sich ein Gebäude funktechnisch wirklich verhält.
Denn kein Gebäude ist „theoretisch“: Wände sind dicker oder dünner als im Plan, Materialien dämpfen stärker oder schwächer als erwartet, und Metall, Maschinen, Regale oder Glasflächen beeinflussen den Funk massiv. Bestehende WLANs oder Fremdnetze erzeugen zusätzliche Interferenzen.
Ohne vorherige WLAN-Messung wird jede Planung zur Schätzung.
Deshalb kombiniert ein Profi drei Schritte: initiale WLAN-Messungen zur Bewertung der realen Funkumgebung, eine Predictive-Planung auf Basis dieser Messdaten und Abnahmemessungen nach der Installation als Soll-Ist-Vergleich.
Wir setzen bei Vor-Ort-Messungen auf unseren selbst entwickelten Messkom Mess-Access Point (MessAP). Durch integrierte Powerbank, Magnetbefestigung und kompaktes Design entfallen Stative und externe Stromversorgung – das reduziert die Messzeit um bis zu 75 %. So lässt sich auch bei großen Projekten das komplette Gebäude vermessen, statt nur einzelne Etagen stellvertretend zu messen und das Ergebnis auf den Rest zu übertragen. Denn genau dort entstehen die bösen Überraschungen.
4. Er kennt Funk – nicht nur Access Points
Ein guter WLAN-Planer spricht nicht zuerst über Hersteller, sondern über Funkphysik: Dämpfung durch Wände, Regale und Maschinen, Interferenzen und Fremdnetze, Kanalbreiten, MCS-Raten, Airtime sowie die Unterschiede zwischen 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz.
Access Points sind austauschbar – Funkregeln nicht.
Wer nur über „mehr Leistung“ oder „stärkere Antennen“ redet, hat Funk nicht verstanden.
Übrigens: Genau deshalb ist es bei einer professionellen Vor-Ort-Messung auch nicht entscheidend, welches AP-Modell als Mess-Access-Point verwendet wird. Die Signaldämpfung durch Gebäudestrukturen ist bei gleicher Frequenz immer identisch – unabhängig vom eingesetzten AP. Die Hardware-Entscheidung kann also nach der Messung getroffen werden, ohne die Ergebnisse zu invalidieren. Das gibt dir maximale Flexibilität bei Budget und Technologiewahl.
5. Er dokumentiert sauber und nachvollziehbar
Ein professioneller WLAN-Plan endet nicht mit einer Folie, sondern mit einer vollständigen Dokumentation: Heatmaps für Signal, SNR und Datenrate, genaue Access-Point-Positionen und Montagehöhen, Kanal- und Leistungsplanung, dokumentierte Annahmen und Planungsziele sowie klare Abnahmekriterien.
Diese Dokumentation ist nicht nur für die Abnahme relevant – sie ist die Grundlage für den späteren Betrieb, für gezielte Fehlersuche, geplante Erweiterungen und zukünftige Umbauten. Ohne sie fängt bei jedem Problem die Suche von vorne an.
Moderne Planungstools unterstützen diesen Prozess: Ekahau bietet umfassende Reporting-Funktionen direkt aus der Software, und Hamina Network Planner ermöglicht Online-Reporting und projektübergreifendes Sharing – ideal für Teams und Kundenpräsentationen.
6. Er ist herstellerneutral – oder zumindest ehrlich
Ein professioneller WLAN-Planer plant technisch, nicht vertriebsgetrieben. Das bedeutet: Die Planung erfolgt unabhängig vom Hersteller, Empfehlungen basieren auf den tatsächlichen Anforderungen, und die Produktauswahl wird transparent begründet.
Wenn die Lösung immer zufällig genau zu dem Produkt passt, das gerade verkauft werden soll, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Echte Herstellerneutralität zeigt sich auch in der Wahl der Planungswerkzeuge. Wer nur ein einziges Tool kennt, neigt dazu, jedes Problem durch diese eine Brille zu betrachten. Profis kennen die Stärken und Grenzen verschiedener Plattformen und setzen die jeweils passende Lösung ein – ob etabliertes Enterprise-Tool oder moderne Cloud-native-Plattform.
7. Er verspricht kein perfektes WLAN – sondern ein passendes
Ein Profi sagt auch, was nicht geht, wo physikalische Grenzen liegen und welche Kompromisse notwendig sind.
Denn ein professionelles WLAN ist nicht „überall perfekt“, sondern: stabil, reproduzierbar und an den Einsatzzweck angepasst.
Und genau das unterscheidet Planung von Glück.
8. Er ist zertifiziert – und bleibt fachlich am Ball
WLAN ist kein statisches Thema. Neue Standards wie Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7, neue Frequenzbänder, neue Endgeräte und immer komplexere Umgebungen sorgen dafür, dass Wissen schnell veraltet.
Ein professioneller WLAN-Planer hat zertifizierte Schulungen besucht, versteht nicht nur die Bedienung von Tools, sondern die technischen Hintergründe – und bildet sich regelmäßig weiter, statt sich auf altem Wissen auszuruhen.
Anerkannte Zertifizierungen in der WLAN-Planung sind zum Beispiel:
- ECSE (Ekahau Certified Survey Engineer) – das Industriestandard-Zertifikat für WLAN-Design, Vermessung und Troubleshooting. Die mehrtägigen Kurse (Design, Advanced, Troubleshooting) kombinieren Theorie mit praxisnahen Labs und schließen mit einer Prüfung ab.
- HCNA (Hamina Certified Network Architect) – die 4-tägige Zertifizierung von Hamina Wireless, geleitet von WLAN-Experte Peter Mackenzie (CWNE, Co-Autor des CWAP Study Guide). Der Kurs führt von RF-Grundlagen bis zum Multi-Floor-Design und schließt mit einer praktischen Prüfung ab. Ergänzend gibt es den Hamina Planning Specialist und den Hamina Survey Specialist als kompakte Spezialisierungen.
- Herstellerneutrale Zertifizierungen wie CWNA, CWDP oder CWAP von CWNP, die ein breites, herstellerunabhängiges Fundament schaffen.
Zertifizierungen sind kein Selbstzweck – sie sind ein Nachweis dafür, dass die Planung nach aktuellen Standards, Best Practices und realen Anforderungen erfolgt.
Wer WLAN heute plant wie vor fünf Jahren, plant an der Realität vorbei.
Fazit
Einen professionellen WLAN-Planer erkennst du nicht am Logo auf der Präsentation, sondern an einem strukturierten Vorgehen, fundierten Fragen, nachvollziehbaren Entscheidungen, sauberer Dokumentation und realistischen Aussagen.
Oder kurz gesagt: Ein Profi kann erklären, was er tut – und warum.
Du bist unsicher, ob dein WLAN professionell geplant ist – oder nur „irgendwie funktioniert“?
Wir helfen dir, Klarheit zu schaffen: mit einer unabhängigen Bestandsaufnahme, professioneller Messtechnik und ehrlicher Beratung.